Scherz statt Aktivismus: Roland Düringer betritt in seinem neuen Programm „Regenerationsabend 2.0“ die Bühne und erzählt Motorrad- und Kleinkunstgeschichten aus der Vergangenheit.  Zumindest bei der umjubelten Premiere am Dienstag im Rathaus.          
     09.11.2022 14.47       
     Ab heute, 14.47 Uhr online

Der Titel „Regenerationsabend“ lehne sich an den Sportbegriff „Regenerationstraining“ an, sagt Düringer: „Bewegen, aber nicht belasten“. Er hat also kein neues Programm mit Anfang und Ende geschrieben, sondern entscheidet spontan auf der Bühne, welche Witze er dem Publikum präsentieren möchte. Es klappt. Der 59-Jährige ist ein begnadeter Geschichtenerzähler.

Vom Burgtheater auf dem Motorrad

Bei der Premiere am Dienstagabend im Rathaus begann Düringer ganz klassisch aus seiner Kindheit, erzählte über seinen Vater, der Garderobenmann am Burgtheater war, die damit verbundenen Theaterbesuche, über seine prägende Freundschaft mit dem Schauspieler Herwig Seeböck, über das Fahrradfahren auf Stützrädern und seine ersten Gehversuche auf dem Motorrad und als Solo-Kabarettist.

„Regenerationsabend 2.0“ hatte Premiere

Roland Düringer stellte sein neues Programm „Regenerationsabend 2.0“ vor. Es lässt seine legendäre Revival-Nacht aus den 1990er Jahren wieder aufleben.

Mit Stichverletzung im Krankenhaus

Einige Geschichten sind noch nicht bekannt. Etwa, wie er Anfang der 1980er-Jahre die Weihnachtsfeier seiner Eltern “gecrasht” hatte: Ein Rivale hatte ihm beim Verlassen von Wien ein Messer tief in die Brust gestochen. Aber wie durch ein Wunder verlor der Stürmer den Mut. “Sonst würde ich heute nicht hier stehen.” Düringer hält seine Anekdoten fest in der Vergangenheit – eine Zeit, als Schwarz-Weiß-Fernseher eine Farbfilm-Nachrüstung hatten, als Frauen geblümte Hauskleider trugen, „die aus dem gleichen Stoff wie der Duschvorhang waren“ – und ein fleischfarbenes darunter das Combinége, und nur die Häftlinge waren tätowiert.

Schnappschüsse aus legendären Programmen

Seine eigenen Unfallberichte erzählt Düringer mit besonderer Leidenschaft und Ausschmückung – ob auf Motorrädern oder Jeeps. Und auch Fans der legendären Wehrmachts-Nachtclubsendung „Atomic Mushroom from the Left“ (1985) kommen auf ihre Kosten. Zumindest in der Premiere ließen Düringer und sein Tontechniker die bekannte Antrittsrede des Bürgermeisters in der Sportarena nachspielen. Ein klassisches Live-Erlebnis! Stefan Schlager, Florian Kobler, wien.ORF.at

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